
06.01.24 –
Wenn Jüdinnen und Juden in Deutschland nicht sicher sind, dann ist Deutschland nicht sicher. Eigentlich eine banale Selbstverständlichkeit, die aber dieser Tage von überraschend vielen Menschen in unserem Land nicht mehr so ganz geteilt zu werden scheint. Das ist bedenklich und gefährlich und nagt an den Grundfesten unserer Gesellschaft. Das Versprechen „nie wieder“ gehört zur DNA beider deutschen Staaten und natürlich auch des 1990 vereinigten Deutschland. Jüdisches Leben in Deutschland zu respektieren und zu schützen ist „Staatsraison“ sogar noch vor der Sicherheit Israels, wobei beides gleichermaßen wichtig und kaum zu trennen ist.
Viele Jüdinnen und Juden in Deutschland wünschen sich, dass sie nicht ständig mit Israel und vor allem seiner Regierung gleichgesetzt würden. Israel ist für die allermeisten ja nicht ihr Heimatland, sondern eben Deutschland und die unausgesprochene Ausgrenzung, wenn sie bitte mal die Politik „ihres“ Israel erklären sollen, sehr verletzend.
Natürlich hat Israel für fast alle Jüdinnen und Juden eine besondere Bedeutung, vor allem in Deutschland. Wer mit dem Bewusstsein aufgewachsen ist, dass es vor ein paar Jahrzehnten genügte, als Kind jüdischer Eltern geboren zu sein, um Opfer eines bestialischen Massenmords zu werden, weiß die Existenz eines Staates zu schätzen, der ihr oder ihm im Zweifel garantierte Zuflucht bietet. Diese besondere Bedeutung Israels unterstreicht noch einmal Deutschlands besondere Verantwortung für dessen Sicherheit.
Wenn nun in einem Terrorangriff Jüdinnen und Juden angegriffen, ermordet, vergewaltigt, entführt und buchstäblich abgeschlachtet werden, ist das schon für ansonsten Unbeteiligte schwer zu ertragen. Wie tief erst aber muss jede Jüdin, jeder Jude ins Mark getroffen sein von dieser unprovozierten Attacke und wie tief von tanzenden Menschen auf den Straßen, die mit Gesang und Süßigkeiten ihren Judenhass feiern?
Woher kommt die neue, alte Judenfeindlichkeit und warum tun sich manche Menschen so schwer damit, eine besondere deutsche Verantwortung für die Sicherheit jüdischen Lebens anzuerkennen? Warum müssen sich deutsche Juden so häufig für die Politik Israels rechtfertigen? Was kann und muss auch Kommunalpolitik heute leisten und was kann jede und jeder tun, um Antisemitismus wirksam zu bekämpfen?
Wir konnten Liam Harrold für unser Januar-Grünfutter gewinnen. Liam ist Historiker und Mitglied im Stadtrat von Hannover. Er beschäftigt sich seit langem mit Antisemitismus, Antiziganismus, Rassismus und Faschismus und ist Experte für jüdisches Leben in Deutschland nach der Shoah.
Hier geht's zum Nachbericht mit Links und Dokumenten zum Thema.
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