Die Wahl zum Europäischen Parlament fand am 26. Mai 2019 statt.

25.06.26 –
Zum Tagesordnungspunkt 22, "Digitalisierungs- und KI-Strategie des Landkreises Lüneburg" sprach der Abgeordnete Olli Glodzei:
Liebe Kolleginnen und Kollegen in allen Funktionen, liebe Gäste,
ich bin so alt, dass ich mich noch an Zeiten im World Wide Web erinnere, wo die Domain www.microsoft.com noch nicht registriert war, wo Webseiten noch grau waren und ISDN mit 64 kBit/s der geile Scheiß. Die Entwicklung der digitalen Vernetzung verlief seitdem bekanntlich rasant, so rasant, dass Politik und Verwaltung nicht immer mithalten konnten. Vielleicht erinnert sich noch jemand an die denkwürdige Pressekonferenz auf der die oberste Verwaltungschefin feststellte, dass das Internet ja für uns alle noch Neuland sei.
Das ist fast genau 13 Jahre her. Damals ging es um das us-amerikanische Programm Prism, mit denen die NSA bei Terrorverdacht in die Tiefen jedes Facebook-Kontos oder in die Google-Bilder-Datenbank oder in die Dokumente oder die Mails oder die Skype-Gespräche reinschnuppern konnte. Gruselig. Und das kam von unseren Freunden.
Was sich weniger freundliche staatliche Akteure und was sich Kriminelle - nicht immer so leicht auseinanderzuhalten - alles ausgedacht haben, um uns digital auf die Pelle zu rücken, mag man sich kaum ausmalen. Da war die Neuland-Aussage nicht so beruhigend. Irgendwie hofft man ja, dass zumindest der Staat irgendwie sorgsam mit den Daten seiner Bürgerinnen und Bürger umgeht.
Das tut er: Im Rahmen seiner Möglichkeiten. Nur sind diese Möglichkeiten nicht immer ganz fair verteilt. Gleiches gilt für die Digitalisierung in der Verwaltung. Ich erinnere mich noch gut an erste PDF Versionen von Haushaltsplänen in Gellersen. Die wurden erst ausgedruckt und dann wieder eingescannt, damit die Scan-Software daraus ein PDF macht.
Genug der Nostalgie. Der Landkreis hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte bei der Digitalisierung gemacht, hat eine professionelle IT-Umgebung aufgebaut, zum Teil für die Kommunen im Landkreis mit. Digitale Prozesse im Umgang mit den Bürgerinnen und Bürgern oder Unternehmen wurden geschaffen, denken wir an den elektronischen Bauantrag, ans Geoportal, an DIGITALIS, den Zugang zum Gesundheitsamt. Ohne Fax!
Die Digitalisierung ist für unsere Verwaltung also nicht Neuland, und wir sind auch nicht erst am Anfang. Aber sie steht eben vor neuen Herausforderungen und Möglichkeiten. Wie wir alle. Jeden Tag. Ständig! Und das ganze gewinnt ja durch die Künstliche Intelligenz ja nochmal kräftig an Tempo.
Deshalb können wir uns glücklich schätzen, dass wir hier vom Fachdienst Digitalisierung eine professionelle, durchdachte und vor allem machbare Strategie vorgelegt bekommen. Finde ich toll. Ran an die Arbeit. Ich fühle mich schon sicherer.
Vielen Dank!
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