Windenergie ein Beitrag zum Artenschutz?

Das klinge zwar etwas provozierend, wie Steffen Föllner vom Bundesverband Windenergie beim Runden Tisch "Windenergie und Naturschutz" in Lüchow einräumte, aber auch sogleich erläuterte: Schließlich sei jede Windanlage ein Betrag zum Klimaschutz und damit zum Artenschutz, denn der Klimawandel bedroht nicht nur unsere Lebensgrundlagen, sondern auch die vieler Tier- und Pflanzenarten.

24.08.17 –

Das klinge zwar etwas provozierend, wie Steffen Föllner vom Bundesverband Windenergie beim Runden Tisch "Windenergie und Naturschutz" in Lüchow einräumte, aber auch sogleich erläuterte: Schließlich sei jede Windanlage ein Betrag zum Klimaschutz und damit zum Artenschutz, denn der Klimawandel bedroht nicht nur unsere Lebensgrundlagen, sondern auch die vieler Tier- und Pflanzenarten.

Die Vertreter des Naturschutzes, Petra Bernardy (BUND) und Klaus Müller (NABU) haben dem nicht grundsätzlich widersprochen, fanden aber, dass Windräder im Wald grundsätzlich nicht gebaut werden sollten, genau wie in Vogelschutzgebieten, die 45% der Fläche im Landkreis Lüchow-Dannenberg ausmachen.

Fried Graf von Bernstorff begründete sein im Gorlebener Forst angedachtes Windenergieprojekt damit, dass es die zentrale Aufgabe unserer Generation sei, den Klimawandel zu stoppen. Und in der ehemaligen Waldbrandfläche seien wegen der Kiefern-Monokultur deutlich weniger Arten, als anderswo. Den Einwand, wir würden schon genug Windstrom im Wendland produzieren, entkräftet Bernstorff damit, dass wir auch Strom für die Ballungszentren mit produzieren müssten. Außerdem sei ihm wichtig die Unabhängigkeit Lüchow-Dannenbergs zu wahren, dafür ist eine größere Wirtschaftskraft und bessere Daseinsvorsorge wichtig.

Hans-Albrecht Wiehler, Klimaschutzmanager des Landkreises, wies darauf hin, dass der Strom aus Erneuerbaren Anlagen im Landkreis erst 90% des Stromverbrauchs decke. Und der Energieverbrauch für Wärme und Mobilität sei weiterhin überwiegend fossil und klimaschädlich.

Matthias Gallei, der für die Grünen im Stadtrat Gartow und im Kreistag sitzt, hat den bisherigen Abwägungsprozess im Kreistag miterlebt. Auch wenn er dem Gartower Projekt offen gegenüber stehe, so sei dies im Kreistag z.Zt. kein Thema. An den 56 Eingaben zum RROP (Regionalen Raumordnungsprogramm) wird zurzeit gearbeitet. Eingeladen hatte zu der kontroversen Diskussion die Grüne Bundestagsabgeordnete und niedersächsische Spitzenkandidatin Julia Verlinden. Sie übernahm am Abend die Moderation der Expertenrunde und der Diskussion mit dem Publikum. Mit etwa 60 Besuchern war die Veranstaltung gut besucht. Abschließend fasst sie zusammen: "Ich bin immer wieder beeindruckt, wie ernsthaft in der Region gerungen wird um gute Lösungen. Einigkeit bestand darin, dass oberste Priorität die Energieeinsparung sein muss. Außerdem will der Landkreis schnellstmöglich das Verbrennen von fossilen Brennstoffen beenden. Also auch im Auto oder in der Heizung. Des Weiteren ist klar, dass wir mehr Ressourcen und Personal für Naturschutz auf allen Ebenen benötigen. Weitere Debatten wird es wohl noch darüber geben, von welcher Energiemenge (inkl. Verkehr und Wärme) wir in Zukunft für unsere Region ausgehen. Und wie der Mix der verschiedenen Erneuerbaren Energien (Wind, Solar, Bioenergie, PtX usw.) idealerweise zusammengesetzt sein sollte."

Vor der Diskussion war ein Teil der Besucher der Einladung zur Besichtigung eines Windkraftanlagen-Biotops gefolgt. Unter den Windanlagen in Jeetzel ist in den vergangenen 20 Jahren ein neues Biotop entstanden, in dem sich Feldlerche, Rebhuhn und Nachtigall wohl fühlen, so die Anlagenbetreiber. Mit Naturschutz-Experten und Windenergie-Kritikern wurde das Biotop und die Umgebung von unten und oben betrachtet und bewertet. Einig waren sich alle, dass hier in der Feldmark kleine Biotope entstanden sind, die Vögel und andere Tiere anziehen.

Eckart Krüger vom BUND bezweifelte allerdings, ob dies immer wünschenswert sei, denn sie würden dadurch auch Gefahren ausgesetzt. Er plädiert daher für die Schaffung von Biotopen an anderen Stellen – hier gäbe es auch noch viel zu tun für eine nachhaltige Landwirtschaftspolitik.

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