BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Grüne Lüneburg

Nachbericht mit Hinweisen

GRÜNfutter: Verantwortungsbewusste Geldanlagen – aber richtig.

10.02.26 – von Claus-C. Poggensee –

„Im Supermarkt stehen wir vor dem Regal und treffen jeden Tag Kaufentscheidungen. In diesem Kreis entscheiden wir uns oft für ökologische und fairer gehandelte Produkte. Wir verbessern damit aktiv die Gesundheit unsere Planeten und das Wohlergehen von Menschen. Und bei der Geldanlage? Unser Hebel zur Verbesserung der Welt ist hier ungleich größer.“

Mit diesem Eingangsstatement führte uns Philipp Achenbach am Samstag, 7. Februar, beim mit über 30 Menschen gut besuchten GRÜNfutter in den komplexen Bereich verantwortungsbewusster Geldeinlagen ein. Unterhaltsam und kompetent beschrieb er das Agieren der Banken und Sparkassen bei der Finanzvorsorge. Er zeigte durch persönliche Erlebnisse aus der Finanzbranche auf, wie in der klassischen Beratung und in dem täglichen Gebaren der großen Finanzakteure das Thema Nachhaltigkeit allenfalls als Feigenblatt genutzt wird. Eindrücklich schilderte er an Beispielen die Auswirkungen „klassischer“, oft fossiler  Investitionen und des Rohstoffabbaus.

In unsicheren Zeiten sehnen sich aber immer mehr Anlegende nach verlässlichen Produktpartner*innen mit Haltung. Vielen Finanzberater*innen in den großen Banken und Sparkassen fehlt aber immer noch das Wissen um nachhaltige Geldanlagen. In diesem verantwortungsbewussten Bereich gibt es inzwischen eine Vielzahl von Anbietern. Nicht alle halten auch das, was sie versprechen. Philipp Achenbach wies auf Verlustrisiken und höherer Schwankungen hin, die sich durch umsichtiges Anlageverhalten umgehen lassen.

Kritisch blickt Philipp Achenbach auf ETFs. So nachhaltig manche Zusammensetzung auch sein mag, liegen doch viele dieser Fonds in den Händen dreier großer Anbieter:

  • iShares gehört zum BlackRock-Konzern, dem ehem. Arbeitgeber unseres derzeitigen Kanzlers – leicht verständliches Video zum Konzern: https://youtu.be/q9ui3N5PyMI
  • Xtrackers ist der Vermögensverwalter der Deutschen Bank (DWS)
  • Amundi ist ein Tochterunternehmen der französischen Crédit Agricole Group, die u.a. wegen ihres mangelhaften Klimarisikomanagements in der Kritik steht.

Diese Anbieter dominieren mit knapp 70% den europäischen ETF-Marktes. Über ihre Stimmrechte aus den über sie verwalteten Aktienanteilen bestimmen Sie unkontrolliert durch die Öffentlichkeit die Ausrichtung ganzer Unternehmen.

Philipp Achenbach machte ferner deutlich, dass es nicht leicht ist, sich im Dschungel der verantwortungsbewussten Anbieter*innen so zurechtzufinden, dass der eigene der Anspruch an Rendite und Nachhaltigkeit erfüllt wird. Eine unabhängige Finanzberatung ist daher zielführend. Lange nach der Veranstaltung wurde noch intensiv diskutiert, wir Grünen werden an dem Thema dranbleiben.

 

Vielen Dank, Philipp, dass du bei uns warst.

 

Hinweise:

Ein guter Vortrag von Philipp Achenbach von 2009 findet sich auf seiner Website:  https://www.finanzoptimist.com/ Über diese Seite kannst du auch Kontakt zu ihm aufnehmen.

Erste Orientierung zu verantwortungsbewussten Geldanlagen findet sich unter https://www.fairfinanceguide.de/ffg-d/bewertung/ und spezieller zu einzelnen Produkten unter https://www.forum-ng.org/de/markt/nachhaltige-anlagestrategien. Diese Seite listet unter https://www.forum-ng.org/de/fng-nachhaltigkeitsprofile eine umfangreiche Liste an Fondanbietern auf und bietet Orientierung, wie stark die Nachhaltigkeit tatsächlich in den einzelnen Finanzprodukten verankert ist. Genaueres zu den Fonds bietet gut und verständlich aufbereitet https://www.faire-fonds.info/, wobei die dortigen Informationen nicht immer den ganz aktuellen Stand widerspiegeln, denn Fondstrukturen verändern sich stetig.

Zur Betrachtung der Rentabilität gehört dann die Auswertung der Kursentwicklung. Das Alles erfordert Einarbeitung und Zeit sowie die realistische Einschätzung des persönlichen Risikos. Dieser hohe Aufwand lässt sich durch eine nachhaltige Finanzberatung deutlich verkürzen.

Wer sich aber lieber einlesen möchte, findet einen guten Einstieg unter: https://fairfinanceguide.de/ffg-d_studien/studien/alle-studien/nachhaltig-investieren-deine-schritt-fuer-schritt-anleitung/  Tiefer hinein geht es dann auf https://www.ecoreporter.de/

Auch gut zur Einführung , aber nicht mit Fokus auf nachhaltige Geldanlagen: https://www.finanzwende.de/verbraucherberatung/wissen-tools/finanzwissen-fuer-verbraucherinnen

Wer es unterhaltsam mag: In der ZDF-Mediathek läuft noch die Serie Bad Banks: https://www.zdf.de/serien/bad-banks-100. In Staffel 2 geht es auch um nachhaltiges Investment.

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