




09.04.17 –
Zu Ostern schmecken alle Eier gut und damit es möglichst viele gibt, ist es schon lange gängige Praxis männliche Küken nach dem Schlüpfen zu identifizieren und dann durch Vergasen oder Schreddern zu vernichten. Denn sie sind in der Eierproduktion und der Hähnchenmastproduktion nicht zu gebrauchen. Auf diesen leidvollen Umgang mit den männlichen Küken haben die GRÜNEN durch einen ins Auge fallenden Infostand aufmerksam gemacht:
Jährlich werden bundesweit ca. 50 Millionen Küken unmittelbar nach dem Schlüpfen vergast o-der lebend geschreddert, weil sie für die auf Eierproduktion ausgerichtete Züchtung nicht nutz-bar sind. Sie können auch nicht schnell genug Fleisch ansetzen, um in der Hähnchenmast Verwendung zu finden.
Dieser Tod ist grausam und keinesfalls mit dem Tierschutzgesetz vereinbar!
Es gibt bereits eine von der Uni Leipzig entwickelte Technik, um das Geschlecht der Küken im Ei am dritten Tag nach der Befruchtung durch ein Mikroskop mit Laserstrahl feststellen zu können. Diese Technik führt dann evtl. zu einer Erhöhung der Kosten und Eierpreise um 1 Cent pro Ei. Die Züchter fürchten aber, dann ihre Eier nicht mehr verkaufen zu können.
Das Verfahren könnte längst Gesetz werden, aber die Bundesregierung verliert sich in Ankündigungen und hat bis heute nichts auf den Weg gebracht, um das Kükenschreddern zu verbieten. Auch wenn diese Technik noch nicht in jeder Brüterei eingesetzt werden soll, ist es durch nichts zu rechtfertigen, dass Tiere ein so qualvolles Ende finden und Alternativen nicht gefordert werden.
Eine Alternative ist die Aktion „Bruderhahn“, bei der es einen Preisaufschlag von 4 cent pro Ei gibt. Mit diesem Geld werden die männlichen Küken in tiergerechten Umständen zu Masthähnen (dann mit weniger Fleisch und Gewicht) aufgezogen.
Eine weiterreichende Maßnahme ist jedoch die Förderung zur Entwicklung von Hühnerrassen, die gleichzeitig Eier legen und Fleisch ansetzen, um die Frage der Tötung der Hähnchen gar nicht erst aufkommen zu lassen. Der niedersächsische Landwirtschaftsminister will die Methode der Geschlechterbestimmung noch dieses Jahr festlegen lassen und damit das Ende der Kükenschredderei noch dieses Jahr erreichen.
Tanja Bauschke und Inge Prestele
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