
09.01.23 –
Nach Informationen der stellvertretenden Vorsitzenden der grünen Bundestagsfraktion aus Lüneburg, Dr. Julia Verlinden, ist mit der Einführung des 2-Stundentakts auf der Strecke Lüneburg-Dannenberg möglicherweise nicht vor dem Jahr 2030 zu rechnen. Die Abgeordnete hat sich nun mit einem Brief an die Deutsche Bahn, die für das Streckennetz verantwortlich ist, gewandt und um Beantwortung der folgenden Fragen gebeten:
Dazu kommentiert Julia Verlinden: „Eine Reduktion der Fahrzeit zwischen Lüneburg und Dannenberg auf 55 Minuten sowie eine Erhöhung des Takts bieten große Chancen für die Verkehrswende und Lebensqualität in unserer Region. Dass die Ertüchtigung der Strecke nun möglicherweise erst 2030 abgeschlossen werden soll, ist nicht hinnehmbar. Das politische Ziel der neuen rot-grünen Landesregierung ist klar: in den nächsten 7 Jahren will sie die Fahrgastzahlen im öffentlichen Nahverkehr verdoppeln. Dafür dürfen kleinere, möglicherweise weniger ertragreiche Strecken aber nicht einfach vernachlässigt werden, zumal der Umfang der Maßnahmen im vorliegenden Fall überschaubar sein dürfte. Gerade im ländlichen Raum erwarten die Menschen zurecht eine zügige Verbesserung des Nahverkehrs. Ich erwarte deshalb, dass alle Beteiligten alle Hebel in Bewegung setzen, um den Prozess nun zu beschleunigen.“
Zum Hintergrund:
Der Landkreis Lüchow-Dannenberg gehört bundesweit zu den Regionen mit der schlechtesten Anbindung an das überregionale Verkehrsnetz. Seit vielen Jahren versucht der Landkreis diese Situation zu verbessern, was sich allerdings als sehr schwierig erweist. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Bahnstrecke Lüneburg-Dannenberg, auf der bisher lediglich im 3-Stundentakt eine Bahn verkehrt. In einem gemeinsamen Arbeitskreis der niedersächsischen Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) mit den Landkreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg, der Verkehrsgesellschaft Nord-Ost-Niedersachsen, den betroffenen Kommunen sowie Fahrgastverbänden wurden Lösungen zur Aufwertung dieser Strecke gesucht. Ein wesentliches Ergebnis dieses Untersuchungsprozesses war, dass ein 2-Stundentakt ohne erhöhten Fahrzeugeinsatz erreichbar ist, wenn die Strecke auf 80 km/h Höchstgeschwindigkeit ausgebaut und einige Haltepunkte auf der Strecke aufgegeben werden. Die Fertigstellung der Entwurfsplanung für die Strecke sollte eigentlich bereits abgeschlossen sein, wird nun allerdings erst für Anfang 2023 erwartet. Die genaue Kostenberechnung ist Teil der Entwurfsplanung. Als nächste Schritte stehen dann die Wirtschaftlichkeitsberechnung, Genehmigungsplanung, Planfeststellungsverfahren und der Bau an.
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