



04.07.26 –
Auf Einladung von Campus.Gruen und moderiert durch Dr. Corinna M. Dartenne las die SPIEGEL-Bestseller-Autorin, Bildungsforscherin und Influencerin Lisa Niendorf am 02. Juli im Hörsaal der Universität aus ihrem aktuellen Buch. Der Titel des Buches stellt eine unbequeme Frage: „UNIversal gescheitert?“
Lisa Niendorfs Sätze zeigten dem Publikum sehr klar, wie Leistungsdruck, Machtmissbrauch und Ausbeutung Studierende und Beschäftigte an unseren Hochschulen belasten und damit wissenschaftliches Arbeiten für alle Beteiligten an Qualität verliert. Das Gesetz, welches die wissenschaftlich Mitarbeitenden mit kurzen Verträgen in die Abhängigkeit von den Launen der Vorgesetzten treibt, hat einen Bandwurmnamen: Wissenschaftszeitvertragsgesetz, kurz WissZeitVG. Lisa Niendorf erklärte, warum es heute abgeschafft werden könne: Menschen bräuchten sichere Arbeitsplätze, um ohne Sorge qualitativ forschen und lehren zu können. Das stärke wissenschaftliche Ergebnisse und deren Verbreitung.
Der alarmierende Aufruf der Autorin lautete, dass bei Fortsetzung der aktuellen Entwicklung eine ganze Generation junger Menschen für die Wissenschaft verloren gehen könnte. Wissenschaft sei kein attraktiver Arbeitsplatz mehr. Sie betonte, dass diese Missstände keine Ausnahmen seien, sondern strukturell angelegt und durch Machtungleichgewichte und Karriereanreize verstärkt würden.
Lisa Niendorf zeigte auch, dass mit jeder Hierarchieebene der Anteil an Männern aus privilegierten Milieus steige, während Frauen, queere, migrantische Personen, First Generation Studierende oder Menschen mit Sorgeverantwortung deutlich schlechtere Chancen hätten. Rassismus, Sexismus, Klassismus, Diskriminierung und sexualisierte Gewalt wurden als in Hochschulen weit verbreitete, aber oft tabuisierten Probleme beschrieben.
Das Publikum nickte bei ihren Ausführungen häufig und stellte anschließend viele Fragen. Die vielleicht wichtigste Frage, was Studierende dagegen tun könnten, beantwortete Lisa Niendorf so: „Ihr seid Viele. Ihr seid die größte Gruppe an den Hochschulen. Demonstriert, flutet die Hochschulleitung mit Protestbriefen und seid laut. Das wirkt.“
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