
03.02.21 –
In allen europäischen Staaten gibt es Geschwindigkeitsbeschränkungen auf den Autobahnen. Zuletzt haben sich die Niederlande aus Gründen des Umwelt- und Klimaschutzes dazu entschieden, tagsüber eine Geschwindigkeitsgrenze von 100 km/h einzuführen. Deutschland lässt dagegen auf seinen Autobahnen Geschwindigkeiten zu, die besser nur auf reinen Rennstrecken erlaubt wären.
Dabei befürwortet die Mehrheit der Deutschen ein Tempolimit. Gleichzeitig ist die Einführung allgemeiner Höchstgeschwindigkeiten auf Autobahnen, zweispurigen Landstraßen und der Regelgeschwindigkeit Tempo 30 innerorts die schnellste und kostengünstige Maßnahme, um die Verkehrssicherheit enorm zu erhöhen, Treibhausgasemissionen im Verkehr zu verringern und die Lärmbelastung deutlich zu senken. Darüber tauschten sich kürzlich die beiden grünen Abgeordneten Dr. Julia Verlinden MdB und Detlev Schulz-Hendel MdL mit dem Polizisten und Vorstandsmitglied der Verkehrswacht Lüneburg Martin Schwanitz aus.
„Neben der Unfallgefahr reduziert eine moderate Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h auf Landstraßen und 130 km/h auf Autobahnen den Stress beim Fahren und die Staugefahr. Es gibt keinen rationalen Grund gegen Tempolimits. Aber es gibt viele gute Gründe, mehr Sicherheit und mehr Klimaschutz auf unseren Straßen zu schaffen.“, unterstrich Julia Verlinden nach dem Treffen.
Laut Umweltbundesamt können eine Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h und ein gleichmäßiger Verkehrsfluss ohne viele Bremsmanöver eine Verringerung des CO2-Ausstoßes um 2,2 Millionen Tonnen pro Jahr bewirken - also rund 5 Prozent der Emissionen, die von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen auf Autobahnen ausgestoßen werden.
Detlev Schulz-Hendel, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im niedersächsischen Landtag, betonte: „Wir brauchen endlich eine Straßenverkehrsordnung, die sich nicht länger dem Primat des Autoverkehrs unterwirft. Schon heute sind Tempo 30 Zonen innerorts nach der Straßenverkehrsordnung möglich, leider wird das durch den Niedersächsischen Verkehrsminister Althusmann durch aufwendige Fachprüfungen zu Lasten der schwächsten Verkehrsteilnehmer blockiert. Grundsätzlich sollten Kommunen in einem ersten Schritt eigenständig über die Einführung von Tempo 30 Zonen entscheiden können.“
Martin Schwanitz, Verkehrssicherheitsberater bei der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen, ergänzte: „Eine Reduzierung der gefahrenen Geschwindigkeiten führt zu weniger Unfällen, weniger Leid und zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Das ist allgemein anerkannt und unstrittig.“
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