Schwarz-gelb beginnt mit Atomausstieg

Diese Schlag­zeile hat­ten wir ei­gent­lich für den 1. April ge­plant, aber nun soll's plötz­lich wahr sein! Angie zieht per­sön­lich den Ste­cker, denn Sie sieht nun, dass sich die Ge­fähr­dungs­lage fun­da­men­tal ver­än­dert hat - für Stefan Mappus in Baden-Württem­berg.

15.03.11 – von Oliver J. Glodzei

Angela Merkel steigt ausDiese Schlagzeile hatten wir eigentlich für den 1. April geplant, aber nun soll's plötzlich wahr sein! Angie zieht persönlich den Stecker, denn Sie sieht nun, dass sich die Gefährdungslage fundamental verändert hat - für Stefan Mappus in Baden-Württemberg.

Am Sonnabend zogen wir noch in einer sehr spontanen Demonstration durch Lüneburg, schockiert von den Nachrichten aus Japan und forderten die sofortige Stilllegung wenigstens der ältesten und der pannenreichsten Meiler, und nun ist es schon soweit. Verwundert reiben wir uns die Augen und sehen, wie die Crème de la Crème der Atompolitik einer nach der anderen vor die Kameras tritt und sie sich gegenseitig überbieten mit Abschaltideen. Plötzlich findet jeder noch irgendwo einen Altmeiler, den man eigentlich doch nicht brauchen würde, und während die betroffenen Konzernlenker noch kurz nach Luft schnappen ("Das möchte ich gern von der Kanzlerin persönlich hören"), wird in Bayern, immer seiner Zeit voraus, schon mal Isar 1 heruntergefahren.

Stefan Mappus, im Herzen eigentlich immer schon Atomkraftgegner, ist am Montag in der ARD noch am Anfang des dreimonatigen Moratoriums und daher nicht sicher, dass Neckarwestheim I nicht anschließend wieder ans Netz gehe. Am Dienstag sind seine persönlichen Sicherheitstests aber schon abgeschlossen und haben zur Erkenntnis geführt, dass die Anlage endgültig kalt werden soll. Das bringt ihn übrigens in ganz andere Verlegenheit, weil er Teile des Betreibers EnBW gerade für teures Geld zurückgekauft hat und der Laden ohne das (für den Betreiber) billige Kraftwerk längst nicht sein Geld wert ist, aber das steht auf einem anderen Blatt. Jetzt ist ja ersteinmal Wahl.

Es berührt uns Atomkraftgegner, uns Grüne unangenehm, dass das unermessliche Leid in Japan uns bei den Wahlen in die Hände spielt. Wer profitiert schon gern vom Unglück seiner Mitmenschen? Aber wir hatten uns immer klar gegen die Nutzung der Atomenergie positioniert, und zu dieser Meinung stehen wir auch jetzt und jetzt erst recht. Dass nun aber Schwarz-Gelb angesichts der offenkundigen Angst, die den Großteil der Bevölkerung ergriffen hat, die Kehrtwende auf Zeit probiert, ist von einer so offenkundigen Niedertracht, dass es einem die Sprache verschlagen könnte.

Was denken sich diese Leute eigentlich? Rainer Brüderle hatte noch im letzten Jahr verkündet, ohne Atomkraft gingen in Deutschland die Lichter aus. Jetzt mummelt er ins Mikrofon, dass die Versorgung auch bei einem Stillstand von acht Kraftwerken nicht gefährdet sei. Und die durchregierende Kanzlerin meint ernsthaft, man könne jetzt nicht einfach behaupten, die deutschen Kraftwerke wären sicher, nur um im gleichen Satz eben das zu behaupten.

Wir können nur hoffen, dass Wählerinnen und Wähler in Baden-Württemberg dieser eilig zusammengeschusterten befremdlichen Strategie nicht auf den Leim gehen. Wir hoffen außerdem inständig, dass sich die Nachrichten aus Japan rasch bessern und es nicht zum ganz großen Atomunfall kommt, der Teile des dicht besiedelten Japans unbewohnbar macht und viele Menschenleben kostet.

Wir müssen aber -bei allem Unbehagen- den Rückenwind aus dieser Katastrophe nutzen, um jetzt Deutschland und Europa dem Ausstieg ein gutes Stück näher zu bringen. Das Wiederanfahren der Meiler nach Ablauf des "Moratoriums" wird nicht mehr so leicht sein, wenn wir uns querstellen. Viele Atombefürworter und Gleichgültige sind nachdenklich geworden. Wir sollten sie auf für sie neue Gedanken bringen. Dann will es vielleicht die Ironie der Geschichte, dass am Ende tatsächlich eine schwarz-gelbe Regierung den Atomausstieg betreibt.

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