Nicht geheim, doch kaum bekannt: Landkreis Lüneburg ist Modellregion

“Die Cradle to Cradle Modellregion Nordostniedersachsen ist noch nicht in der politischen Debatte angekommen. Sie können es ändern, indem sie das Thema bei ihren Kreis- und Stadtratsabgeordneten aktiv einfordern und so den Druck erhöhen!“, bat der grüne Kreistagsabgeordnete, Wolf v. Nordheim, die Teilnehmenden bei der zweiten Veranstaltung zur Kreislaufwirtschaft am 17. Mai 2022.

28.05.22 –

“Die Cradle to Cradle Modellregion Nordostniedersachsen ist noch nicht in der politischen Debatte angekommen. Sie können es ändern, indem sie das Thema bei ihren Kreis- und Stadtratsabgeordneten aktiv einfordern und so den Druck erhöhen!“, bat der grüne Kreistagsabgeordnete, Wolf v. Nordheim, die Teilnehmenden bei der zweiten Veranstaltung zur Kreislaufwirtschaft am 17. Mai 2022.

Cradle to Cradle (C2C) – ein Konzept, welches auf die Kreislauffähigkeit von Stoffen und Materialien abzielt –, scheint insbesondere für den ressourcenintensiven Bausektor ein vielversprechende Alternative zum aktuellen linearen Modell zu sein. Statt Ressourcen nach Ablauf ihrer Lebenszeit zu entsorgen, werden diese in verschiedenen Kreisläufen gehalten und somit wiederverwertbar gemacht. Eben aus diesen Gründen haben die Grünen Lüneburg in Kooperation mit der Cradle to Cradle Regionalgruppe schon letztes Jahr eine Veranstaltungsreihe initiiert, die sich „Nachhaltig Bauen“ nennt und solche Konzepte langfristig in den Mittepunkt rücken möchte. Im Rahmen von drei Veranstaltungen wurde das Konzept nun in seine theoretischen Einzelteile zerlegt und auf seine praktische Anwendbarkeit hin überprüft, wobei die letzte Veranstaltung am 17.05 im Wasserturm Lüneburg stattfand.

Mit insgesamt 50 Menschen vor Ort und ca. 130 erreichten Menschen per Instagram-Livestream wurde am Abend gemeinsam mit Akteuren aus dem Handwerk (Milan Pribnow), der Stadtverwaltung (Stephan Cohrs), Wissenschaft (Kamila Szwejk) und Politik (Wolf von Nordheim) 90 min lang diskutiert. Im Mittelpunkt stand erneut die Frage nach der praktischen Anwendbarkeit sowie Umsetzung des C2C-Konzeptes in die Baupraxis. Insbesondere die Beispiele aus der Praxis halfen, Diskussionen rund um Zertifizierungen oder zu erfüllende Anforderungen und Regularien für das Publikum greifbarer zu machen. Einblicke aus der Praxis gewährte so beispielsweise der technische Leiter der Hochbauabteilung der Hansestadt Lüneburg, Stephan Cohrs, der gegenwärtig den Ausbau eines Bildungsgebäudes in Anlehnung an die C2C-Prinzipien in Kaltenmoor betreut. Konkrete Probleme seien hier neben dem fehlenden Angebot von C2C-zertifizierten Materialien auch deren Einsatz in Gebäuden. So stehen Anforderungen an Brand- oder Schallschutz oftmals dem Einsatz kreislauffähiger Materialien wie Holz entgegen.

Ein weiteres Problem sieht der Architekt und Zimmermeister Milan Pribnow in der derzeitigen Bauweise von Gebäuden. Materialien und Baustoffe werden mitunter so verbaut, dass diese nach Nutzungsende nicht mehr voneinander trennbar sind. Demgegenüber steht die modulare Bauweise, die eine schnelle und einfache Montage von Materialen und Bauteilen verspricht, da diese in vorgefertigten Modulen geliefert werden. Mit seinem Unternehmen Milan Pribnow „Zimmerei“ bietet er heute schon den Modulbau an.

Damit solche Konstruktionen bekannter werden und Planer*innen, Architekt*innen sowie Handwerk*innen zukünftig mit kreislauffähigen Materialien besser umzugehen wissen, plant das Wissenschaftsteam um Prof. Dr. Braungart eine C2C-Fortbildung bzw. Handwerkerakademie. „Die Vernetzung wird dabei auch eine Rolle spielen“, so Kamila Szwejk, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Leuphana Universität Lüneburg im Team von Braungart mitarbeitet.

In eine ähnliche Richtung geht das C2C Innovation Lab, das im Rahmen der „C2C Modellregion Nordostniedersachsen“ realisiert werden soll. Als Ort der Vernetzung von Unternehmen, Bildungseinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Akteuren sollen hier C2C-Innovationen für die Region entwickelt werden, so Paul Musenbrock, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Leuphana Universität Lüneburg das Modellprojekt begleitet.

Musenbrock wurde vom Planungsteam eingeladen, um am Abend einen einführenden Impulsvortrag zu C2C und der Modellregion zu geben. Gegenwärtig wird dies von einem interdisziplinären Team aus Wissenschaft (Leuphana Universität LG, TUHH Hamburg), Wirtschaftsförderung (Süderelbe AG) und den beiden Landkreisen Lüneburg und Lüchow-Danneberg geplant und durchgeführt. Weitere Ziele der Modellregion sind die Erstellung eines Masterplans sowie die Unterstützung regionaler Akteure bei der Entwicklung und Umsetzung von C2C-Innovationen. Wenngleich diese Ziele feststehen, so sei die Modellregion noch nicht in der politischen Debatte angekommen, stellt Grünpolitiker Wolf v. Nordheim fest. „Das Thema benötigt mehr Aufmerksamkeit und mit unserer heutigen Veranstaltung haben wir einen wichtigen ersten Schritt in diese Richtung getan“, so v. Nordheim.

Neben den Beiträgen der Podiumsteilnehmenden konnte sich auch das Publikum mit Fragen an der Diskussion beteiligen. Auf diese Weise war der Abend von unterschiedlichen Perspektiven geprägt, welche zu lebhaften und vielfältigen Diskussionen führten. So auch durch den Beitrag von Hanfbauer Michael Bieder aus Brietlingen, der selbst Fachexpertise und Erfahrungen in diesem Bereich mitbringt. Sein Produkt würde als Thermohanf die C2C-Prinzipien erfüllen, jedoch sei weder ein hohes Bekanntsein dieser ökologischen Baualternative noch Nachfrage noch unterstützende Regulierungen oder Normen vorhanden. Dies würde den Einsatz von C2C-Materialien hemmen, so Bieder.

Das C2C Planungsteam, bestehend aus Mitglieder der Grünen Lüneburg sowie der C2C Regionalgruppe, bedankt sich für diesen sehr erfolgreichen Abend und plant die Veranstaltungsreihe „Nachhaltig Bauen“ weiterzuführen. Des Weiteren soll der Kontakt zu der C2C Modellregion ausgebaut werden.

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